Fonds der Versicherer – was steckt dahinter?

Die Versicherungen im Land haben ein neues Geschäftsfeld entdeckt: die Vorsorgefonds. Doch Verbraucherschützer warnen: denn die Renditen sind gering und die Versprechungen nur allzu wackelig.
Fonds Fonds Fonds
Für langfristige Sparziele werden Fonds immer wieder gern empfohlen. Doch das, was jetzt viele Versicherer als Fonds anbieten, sind in Wirklichkeit keine, oder hat nur sehr wenig damit zu tun. Die Produkte haben Namen wie Invest Flex oder Flexibler Vorsorgeplan. Das sind keine Fondssparpläne, auch wenn dieser Eindruck (absichtlich?) vermittelt wird. Man spricht von flexibler Vorsorge, großen Renditechancen und Transparenz. Doch für die meisten Kunden verborgen bleibt, dass es sich bei diesen Angeboten um fondsgebundene Rentenversicherungen handelt, wobei vom Beitrag nur ein Teil in die Aktienfonds fließt. Vergleicht man das mit tatsächlichen Fondssparplänen, ist der Anteil sehr gering.
Risiko
Es gibt eine Beitragsgarantie. Doch die hätte man auch, wenn man das Geld x-beliebig anlegt, auch wenn es keine Zinsen gibt. Manche garantieren noch nicht einmal das, obwohl es selbst bei den Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen einen –wenn auch lächerlichen- Garantiezins gibt. Das Risiko, wie hoch die Rendite sein wird und ob es überhaupt eine gibt, liegt voll beim Kunden.
Transparenz
Die Transparenz der Versicherungen hört dann auf, wenn man ergründen will, wie viel vom Beitrag tatsächlich im Fonds landet. Denn hier hüllt man sich gern in Schweigen. Verbraucherschützer gehen davon aus, dass es höchstens rund 2/3 sind, die wirklich angelegt werden, den Rest nimmt sich die Versicherung für Provisionen, Verwaltung etc. Von den in etwa 2/3, die wirklich angelegt werden, fließt jedoch auch nur die Hälfte tatsächlich in den Aktienfonds. Der Rest geht in das Sicherungskapital der Versicherung, das derzeit sehr gering verzinst wird, da es sich um festverzinsliche Wertpapiere handelt.
Fonds der Versicherer
Die Fonds, die dann bedient werden, sind meist Eigenprodukte der Versicherer. Und wie die Stiftung Warentest feststellte, schneiden diese im Vergleich mit anderen Produkten dieser Art nicht gerade gut ab. Da aber auch das Fondsmanagement Geld kostet, kommen selbst von den Renditen, wenn es welche gibt, nur etwa die Hälfte beim Sparer an. Und dann kommt noch eine kleine Gemeinheit hinten dran: je höher das Alter ist, welches dem Kunden angenommenermaßen zugesprochen wird, umso geringer fällt die Rente aus. Und siehe da: einigen Kunden hat man im Vertrag eine Lebenserwartung von über 100 Jahren vorausgesagt.
Fazit: Diese Policen der Versicherer sind fast immer ungeeignet für die Altersvorsorge.