Festgeldanlage | Festgeldzinsen im Vergleich |

Eine Usance ist ein Brauch, besser: ein Handelsbrauch. Usancen sind üblicherweise begrenzt auf bestimmte Gebiete /Regionen, wo sie sich zu einer Gewohnheit herausgebildet haben bzw. im Handel zwischen Geschäftsleuten gebräuchlich geworden sind. Das kann sich auch auf eine bestimmte Handelsbranche beziehen, wie z. B. den Holzhandel.

Die Usancen haben sich herausgebildet aus dem Umgang von Kaufleuten insbesondere bei der Abwicklung von Lieferungsgeschäften. Sie beziehen sich mehrheitlich auf Fristen für die Lieferung und Zahlung, aber auch auf eine Mindestbeschaffenheit der zu liefernden Ware. Eine gesetzliche Grundlage haben sie nicht. Allerdings können sie in einem Vertrag als Bestandteil vereinbart

Usancen haben eine ergänzende sowie auslegende Funktion. Für manche, kurz gefasste Verträge, bilden sie eine Ergänzung für das, was im Vertrag nicht geregelt wurde. Für vertragliche Vereinbarungen, die nicht eindeutig gefasst sind, bilden sie im Zweifel die Grundlage für die Auslegung des Vertragstextes.

Bestimmte Regeln sind in den Incoterms (freiwillige Regeln zum Zweck der Auslegung von Vertragstexten im internationalen Warenhandel) aufgenommen. Diese werden von der Internationalen Handelskammer in Paris veröffentlicht. Darüber hinaus werden Usancen auch von Industrieverbänden zusammengestellt und verwaltet. Als ein Beispiel sei der internationale Getreidehandel genannt. Hier finden insbesondere die Usancen Anwendung wie sie in der „Grain und Feed Trade Association“ gefasst sind. Bei der Anwendung kommt es auf die Region bzw. das Gebiet an, in dem der Handel stattfindet. So treffen für den deutschen Handel bezüglich des Getreides als auch für Ölsaaten die „Einheitsbedingungen im Deutschen Getreidehandel“ zu. In Österreich wiederum sind es die Usancen, wie sie an der „Börse für landwirtschaftliche Produkte“ bestehen.